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Fahrt nach Straßburg – für alle was dabei …

Natur pur und Stadterlebnis - bei unserer diesjährigen Vereinsfahrt über Himmelfahrt vom 17. bis 20. Mai war für alle was dabei…Paddeln so viel das Herz begehrt, Besichtigung einer wunderschönen alten Stadt, Eintauchen in elsässisch-französische Leckerbissen, Zeltplatzleben … und sogar das Endspiel der Champions League konnte am französischen TV in Echtzeit verfolgt werden.

‚Unser’ Campingplatz „La Montagne Verte“ lag fast mitten in der Stadt und doch im Grünen - das Stadtzentrum mit Nahverkehrsmitteln in 10 Minuten erreichbar und jede Menge schöne paddelbare Flüsse im Umkreis. Manche von uns sind an allen 4 Tagen paddeln gegangen, während andere sich mal einen Tag Auszeit genommen und Straßburgs Altstadt nebst vorhandenen Patisserien erkundet haben.

Mit 6 Wohnwagen und 5 Zelten haben wir auf einem für uns reservierten Teil des Platzes eine Art Wagen-Zelt-Burg gebildet, mit Platz für Tische und Grill in der Mitte. Die Zeltplatzverwaltung in Gestalt von Emilie sorgte dafür, dass uns morgens Baguettes und Croissants direkt an die Frühstückstafel gebracht wurden und so war das wichtigste für einen harmonischen Tagesbeginn schon gesichert. Das Wetter war entgegen der Vorhersage wunderbar warm (außer der ersten Nacht) und sonnig, es hat zwar auch geregnet, aber freundlicherweise nur nachts.

Gepaddelt haben wir an allen 4 Tagen auf wechselnden Gewässern:

Donnerstag – Groschenwasser

Jetzt wäre es ja schön zu wissen, wo dieser lustige Name herkommt…aber leider ist dazu nichts zu finden. Vielleicht liegt des Rätsels Lösung ja im Zustandekommen dieses parallel zum Rhein verlaufenden Gewässers, denn eigentlich waren das früher eine Reihe eigenständiger Seen und kleine Wasserläufe (Pfennige ?), die erst später zum heutigen Groschenwasser (Groschen ?) verbunden wurden. Wie auch immer … es war jedenfalls sehr nett zu befahren, denn nach dem Einstieg bei den Sportplätzen in Kehl-Auenheim und der Überquerung des ehemaligen Baggersees fanden wir uns zunächst in einem ganz schmalen Flusslauf wieder, mussten bei der Fahrt durchs Gebüsch den Kopf einziehen, um Wurzeln herum fahren und bei der Enge konnten wir zunächst auch nur hintereinander fahren. Hier erwiesen sich die guten alten ‚Dickschiffe’ wie Taifun, Canyon usw. als ideale Wahl.

Empfindliche Langboote hatten wir gar nicht mitgenommen, aber auch die PE-Eskis waren bei der Enge doch recht unflexibel, was den Spaßfaktor verringert…. Die 3 Canadier hatten dagegen keine Probleme und kamen überall gut durch. Einige kleine Schwälle nach Durchlässen boten eine willkommene Abwechslung in der grünen, urtümlichen Umgebung dieser 14 km langen Strecke. An der Ausstiegsstelle stand ein Infrastrukturanschluss bereit (Biergarten beim Minigolfplatz) und wurde bei dem warmen Wetter teils auch erfreut genutzt.

Einstieg: Kehl-Auenheim, FV Auenheim

Ausstieg: links kurz vor BGC Rheinau-Freistett

Länge: ca. 14 km


Freitag – Krummer Rhein

An diesem Tag stand der „Rhin Tortu“ - der aus dem Plobsheimer See gespeisten „Krummen Rhein“ - auf dem Programm. Wir ließen rasch die Häuser von Plobsheim, unsere Einsatzstelle, hinter uns und folgen dem durch Felder, Wiesen und Wälder schlängelnden Bach.


Kleinere Durchlässe und Engstellen, mit dahinter folgenden Schwällen erfreuten die Wildwasserfreaks und sorgten für ein wenig Abkühlung. Schönstes Sommerwetter begleitete uns. Die unzähligen Schwäne waren entspannt uns ließen uns mit Respekt passieren. Zur Mittagszeit erreichten wir die Mühle bei La Ganzau und nutzten das erforderliche Umsetzen gleich zu Vesperpause im Wald.
Kurz nach dem Einstieg schießt das abgezweigte Wasser als kräftiger Wasserstrom quer über den Bach, was aber für keinen von uns zu einem Problem wurde. Nach einer kurzen Strecke erreichten wir schon die ersten Vororthäuser von Strasbourg. Hier gab es nun wieder viel zu sehen und so verging die restliche Paddelstrecke wie im Flug. Ein wunderschöner Frühjahrstag neigte sich dem Ende entgegen und als Abschluss versammelten wir uns alle an der Campingplatz Kneipe und genossen (mehr oder weniger) den frisch gemachten Tarte Flambée.

Einstieg: Plobsheim

Ausstieg: Straßburg - Mainau

Länge: 25 km


Samstag – Taubergießen

Nach einer regenreichen Nacht ging es am Samstag zu einem durch Grundwasser gespeisten Fließgewässer (Gießen) mit geringem Fischbestand (Taub) - dem Taubergießen im gleichnamigen Naturschutzgebiet.

Eingesetzt haben wir am Leopoldskanal bei Oberhausen. Für die Überwindung der 500 m Tragestrecke vom Parkplatz bis zur Einsatzstelle müssen diejenigen, die hier paddeln wollen, schon eine gewisse Portion Enthusiasmus mitbringen… denn es zieeeeht sich!


Allerdings bestand die Belohnung in einer wirklich wunderschönen Tour. Die abwechslungsreiche Fahrt führt mal über schmale Flussläufe, mal über seenartige Abschnitte und wird immer wieder aufgelockert durch nette kleine Schwälle nach den zahlreichen Brücken bzw. Durchlässen. Untermalt von vielfältigem Vogelstimmenkonzert und begleitet vom Geflirre unzähliger blaugeflügelter Libellen* ging es durch sehr klares, sauberes Wasser vorbei an Wasserlilien, Seerosen und Wasserpflanzen mit kleinen weißen Blüten**. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die hier mit ihren Booten unterwegs waren, aber letztendlich hat sich alles gut verteilt. Neben PaddlerInnen in Kajaks und Canadiern sind hier auch Fischernachen unterwegs, lange schmale Holzboote, auf denen Touristen durch dieses Stück „oberrheinischen Dschungel“ gefahren werden.

Neben der Tragestrecke am Einstieg blieb ein längeres Umtragestück nach ungefähr der Hälfte der Strecke der einzige weitere Wermutstropfen. Die unzähligen Schwäne auf der Strecke ließen uns in Ruhe vorbeiziehen und so kamen wir unversehrt, müde und hungrig von einem absolut gelungenen, landschaftlich extrem schönen Tag zurück zu unserer Wagen-Zelt-Burg zum schon rauchenden Grill…

(Wen es interessiert: *= gebänderte Prachtlibelle, **= flutender Wasserhahnenfuß)


Einstieg: Leopoldskanal bei Oberhausen

Ausstieg: Wittenweier

Länge: 23 km


Sonntag – Straßburg

Vorgeschichte: Der Gedanke war, dass es schön wäre, auf der Ill durch die Stadt zu paddeln, insbesondere durch ‚La Petite France’, Straßburgs Altstadt mit ihren schönen Brücken und alten Gerberhäusern. Doch dazwischen liegt die alte Schleuse, und hier wird nur geschleust, wer auch eine Genehmigung hat…und die zu bekommen erwies sich als nicht ganz so einfach. Aber nachdem wir endlich herausbekommen hatten, wo diese Genehmigung überhaupt beantragt werden kann, ging es für uns als Verein dann ganz einfach. Neben Verantwortlichem und Anschrift mussten wir lediglich noch Tag, Uhrzeit, Boots- und Personenzahl mitteilen und das war dann schon alles, wobei sich französische Sprachkenntnisse als vorteilhaft erwiesen.

Ausgestattet mit unserer Genehmigung ging es also los, Einstieg vom öffentlichen Parkplatz neben einem Ruderclub, noch ein Faltboot ohne Genehmigung in unsere Truppe aufgenommen, und los gings durch Brücken und Brückchen, vorbei an schönem, altem Gemäuer. In der Schleuse waren wir die Attraktion schlechthin und wurden von den vielen ZuschauerInnen mit Applaus begleitet als wir diese lebendig wieder verließen . Es macht Spaß, so durch eine Stadt zu paddeln, ist eine ganz andere Perspektive. Später ging es dann vorbei an den Gebäuden von Europaparlament und Europarat, wo wir rechts abbogen in einen unspektakulären Kanal und dann wieder rechts in das ‚Bassin des Ramparts’. Ab hier ging die Fahrt bei minimum 30 Grad ohne Schatten vorbei an alten Verladeeinrichtungen, Anlegestellen für Haus- und andere Boote, Lagerhäusern und später an der neuen Mediathek. Wir hatten nur noch ca. 10 Minuten Fahrt vor uns bis zu dem Ruderclub, an dem wir auch eingestiegen waren. Doch der schöne Plan wurde durchkreuzt, denn es tauchte eine Schleuse auf, deren Existenz uns im Vorfeld verborgen geblieben war, und deren überkorrekte Schleusenwärterin sich durch nichts dazu bewegen ließ, uns durchzulassen, da wir hierfür keine Genehmigung hatten. Da half weder das Wedeln mit unserer anderen Genehmigung, noch schöne Worte und freundliches Lächeln. Was nun? Schon wieder tragen? Bei dieser Hitze? Nein! Die Fahrtenleitung erklärte die Schleuse namens ‚Ecluse 86’ kurzerhand zum Ausstiegspunkt und ging den Bus holen. Die Leute vom Campingplatz hatten nichts dagegen gehabt, dass wir unsere Wagen und Zelte noch stehen ließen bis zur Abfahrt und so konnten wir nun in aller Ruhe abbauen und den Heimweg antreten.

Abschließend lässt sich sagen, dass Standort und Umgebung absolut empfohlen werden können, und dass es noch jede Menge anderer Flüsse in der Umgebung gibt, die befahren werden können.

Einstieg: Neben Rowing Club Strasbourg; 2 Rue de Saales

Ausstieg: leider vor der ‚Ecluse 86’

Länge: ca. 10 km

Karin Avdic



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